Mediation = Konfliktlösung ...
                          ... ohne Suche nach Schuldigen
                           ... unter Berücksichtigung Ihrer Interessen und Bedürfnisse
                            ... bei der niemand verliert.


Mediation im Privatbereich

Nichts lernen wir so spät und verlernen wir so früh, als zugeben, dass wir unrecht haben. (Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftstellerin, 1830-1916)

Konflikte treten überall im Alltag auf. Sei es der Lärm der spielenden Kinder, das ständige Klavierspiel der Mieterin aus dem dritten Stock, der Schatten, der durch die Bäume von Nachbars Garten auf den eigenen Rasen fällt, die Zahnpastatube, die immer wieder offen auf dem Waschbecken liegt, und und und ...
Klärende Gespräche finden entweder gar nicht statt oder führen zu neuem Streit. Die Betroffenen sind verletzt und immer mehr damit beschäftigt, die eigene Sichtweise durchzusetzen, statt eine gemeinsame Lösung zu finden.

Hier kann ein neutraler Dritter helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, die Parteien wieder ins Gespräch zu bringen und sie dabei zu unterstützen, eine für alle Seiten positive und annehmbare Lösung des Konflikts zu finden.

Die Mediation ist in allen Bereichen des Lebens ein hoch wirksames Instrument zur Lösung von Konflikten. Sie kann den Gang zum Gericht oder einem Schiedsgericht vermeiden. Dies ist gerade in Familienstreitigkeiten sehr wertvoll, denn gerade da sind Konflikte immer mit vielen Emotionen verbunden. Gerade emotionsgeladene Konflikte können mit einer rein rechtlichen Betrachtung nicht gelöst werden. Selbst wenn der gestellte Antrag Erfolg hat, hat häufig auch der Sieger verloren, denn auch bei ihm sind die Bedürfnisse, die hinter dem Konflikt stehen, nicht zwingend befriedigt.  Der "Unterlegene" bei einem gerichtlichen Verfahren kann den Urteilsspruch nur schwer annehmen, eine emotionale Ruhe kehrt nicht ein und der Konflikt geht auch bei ihm weiter.

Die Mediation ist in die Zukunft gerichtet. Die eigene Situation und die des anderen wird unter Berücksichtigung beider Sichtweisen strukturiert erarbeitet und damit wahrgenommen. D.h. die Interessen, Bedürfnisse und Gefühle der betroffenen Parteien werden bei der Lösungsfindung berücksichtigt und zwar vor dem Hintergrund, dass alle Beteiligten einen Gewinn erzielen. Die Lösungen sind somit annehmbar und werden in der Regel gut eingehalten. Die emotionale Ruhe kann einkehren.

Hier nur einige Beispiel für Einsatzmöglichen im Privatbereich:

  • zwischen (sich trennenden) Ehepartnern, Trennung, Scheidung, Kindesumgang 
  • in anderen Familien- und Generationenkonflikten,
  • bei Unfällen mit Sach- und Personenschäden,
  • im Mieter/Vermieter-Verhältnis,
  • in Erbschaftsauseinandersetzungen,
  • in Nachbarschaftsstreitigkeiten
  • in Konflikten in Vereinen
  • oder sogar zwischen Opfer und Täter einer Straftat.

 

Frau Alina Fichter schreibt in der Süddeutschen Zeitung in dem Artikel "Bloß kein Streit"
"Die alte Frau hat einen Verdacht, der ihr keine Ruhe lässt. Der Chirurg, so glaubt sie, habe einen Fehler gemacht. Sonst wäre ihr Mann bei der Operation nicht gestorben. Aber die Krankenhausleitung schickt die Besorgte fort. Da sieht sie nur noch eine Lösung: den Arzt zu verklagen. Sie ruft ihre Rechtsschutzversicherung an. Wie wäre es mit einem Mediator statt eines Anwalts, wird sie dort gefragt. Das sei ein unparteiischer Vermittler, der den streitenden Parteien helfe, gemeinsam eine Lösung zu finden. Warum nicht, denkt die Frau, und erfährt, am Tisch mit Krankenhausleitung und Mediator, dass kein Arztfehler, sondern Herzversagen ihren Mann sterben ließ. Ein Missverständnis also. Der Fall ist nach einem Gespräch gelöst.

Geht es nach der Bundesregierung, wird die Mediation bald möglichst viele Prozesse ersetzen. Anfang des Jahres ließ Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) einen Gesetzesentwurf "zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung" ausarbeiten, Grundlage ist eine EU-Richtlinie. Zwar sollte das Parlament sie bis 21. Mai in deutsches Recht umgesetzt haben, es wird aber wohl September werden.

Die Mediation bringt "gigantische Möglichkeiten" mit sich. Viele Konflikte geraten gegen den Willen der Beteiligten außer Kontrolle. Wie bei der alten Dame, deren Fall die DAS betreute: Sie wollte kein Schmerzensgeld, sie wollte keinen Ärger - sondern lediglich sicher sein, dass ihrem verstorbenen Mann kein Unrecht geschehen war. Im Gespräch mit Mediator und Krankenhausleitung fühlte sie sich ernst genommen. Allein das kann der Schlüssel zur Schlichtung sein. Der Nachbar, der endlich freundlich fragt, ob die wuchernde Hecke stört. Der Arzt, der zuhört, statt zu mauern. Der Chef, der sich für die Belange seiner Mitarbeiter interessiert." Aus Süddeutsche.de – 14.05. 11, Alina Fichter