Wenn zwei sich streiten vermittelt der Dritte!
– Kosten- und Ergebnisoptimierung in Baustreitigkeiten durch Mediation.


Mediation im Bauwesen

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. - Johann Wolfgang von Goethe

An einem Bauprojekt sind unterschiedliche Personen oder Personengruppen beteiligt. Vom Bauherrn über die Planer bis hin zu den ausführenden Unternehmern werden in den verschiedenen Projektphasen unterschiedliche Interessen verfolgt. Zwar sind alle Bemühungen auf das eine Ziel gerichtet – ein mangelfreies Bauwerk zu erstellen - doch die Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten sind dabei vielfältig und werden nicht immer offen kommuniziert.

In stetig anwachsendem Umfang binden vertragliche Konflikte im Bauwesen erhebliche personelle und finanzielle Kapazitäten.

Konfliktsituationen werden teilweise bereits durch vertragsgerechtes Verhalten ausgelöst. Bedenken-, Behinderungs- oder Mehrkostenanzeigen - in einem VOB-Bauvertrag Mittel zur Anspruchsicherung - können bereits frühzeitig die Atmosphäre auf der Baustelle vergiften. Dabei erfüllt die Behinderungsanzeige z.B. nicht nur den Zweck, dem Unternehmer einen Anspruch auf Bauzeitverlängerung zu sichern, sofern er ihn zu einem späteren Zeitpunkt geltend machen muss. Die Behinderungsanzeige hat in erster Linie eine Schutz- und Warnfunktion für den Auftraggeber. Dieser soll in Kenntnis gesetzt werden, dass auf seiner Baustelle etwas "aus dem Ruder läuft", für das er die Verantwortung trägt. Oftmals wird die Behinderungsanzeige aber überhaupt nicht in diesem Sinne gewertet, sondern eher als eine Androhung von Mehrforderungen.

Mit Risiken behaftete und unklare Leistungsbeschreibungen stellen eine der Hauptursachen für Konflikte zwischen den Vertragspartnern dar. Solche Auseinandersetzungen stören die Projektabwicklung oftmals empfindlich und erzeugen zum Teil erhebliche Kosten bei Bauherrn und Bauunternehmer.

Nachträge, d.h. Forderungen nach zusätzlicher Vergütung für Leistungsänderungen oder Zusatzleistungen sind weiterhin einer der wirtschaftlich relevantesten Aspekte beim Management von Bauvorhaben. Für Auftragnehmer steht und fällt der wirtschaftliche Erfolg der Baumaßnahme häufig mit der Durchsetzung von Nachtragsforderungen. Für den Auftraggeber drohen Nachträge Budgets zu sprengen und die Finanzierung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Konflikte sind hier vorprogrammiert. Unter Berücksichtigung aller wesentlichen rechtlichen und baubetrieblichen Aspekte des Nachtragsmanagements kann die Mediation den Konflikt zielorientiert und effizient zu einer win-win-Lösung auflösen.

Durch den Einsatz von neutralen und fachkompetenten Mediatoren können Baustreitigkeiten schnell und effektiv gelöst werden. Auch als projektbegleitendes Verfahren können Konflikte in kürzester Zeit bearbeitet werden, so dass atmosphärische Störungen zwischen den Projektbeteiligten, Bauablaufstörungen und die daraus resultierenden Mehrkosten vermieden oder aber begrenzt werden können.

Anders als viele Werkverträge ist der Bauvertrag seinem Wesen nach ein Kooperationsvertrag. Außergerichtliche Konfliktlösung ist ein grundsätzliches Element der Partnerschaftsmodelle bzw. der partnerschaftlichen Projektabwicklung. Mediation als Unterstützung des Kooperationsgebotes – Kooperation statt Konfrontation.

Die Mediation bei laufenden Baumaßnahmen verhindert Unterbrechungen und Stillstände. Darüber hinaus kann auch eine begleitende Mediation vereinbart werden, die die Teilnahme eines Mediators an allen Projektbesprechungen vorsieht. Durch die Ausbildung der Mediatoren sind diese in der Lage, aufkommende Konflikte schon früh zu erkennen und einer Lösung zuzuführen, so dass eine Eskalation und die Anhäufung von Problemen vermieden werden kann. Insbesondere bei Projekten mit hohem Kosten- und Termindruck ist dies zu empfehlen.
 

Beispiel für Mediation im Planen und Bauen:

  • Konflikte in Bezug auf das Leistungssoll und deren Vergütung – d.h. bei Leistungsänderungen, Zusatzleistungen, Mengenänderungen, Teilkündigungen, Abrechnung erbrachter Bauleistung bei freier Kündigung etc.
  • Bauablaufstörungen
  • Konflikte mit Abschlags- oder Schlussrechnungen
  • Konflikte durch Mängelrügen
  • Konflikte bei Abnahmen
  • Allgemein Konflikte zwischen den Projektbeteiligten

Die besondere Fachkenntnis als Sachverständige im Bereich Baupreisermittlung und Bewertung von Bauablaufstörungen  in Kombination mit den Mediations- und Kommunikationskompetenzen ist meine Stärke.